1. Herbert IST der biologische Sohn des Grafen. Und nein, Vampire können nach ihrer Verwandlung keine eigenen Kinder mehr zeugen, dies sind völlig logische Regeln, sonst begibt man sich bereits in Twilight-Abgründe. Es ist also völlig logisch, dass Herbert in Sarah und Alfreds Alter ist und sein Vater mindestens 36 Jahre, Also kein Twink, dafür ist Herbert ja da.
Diese Vater und Sohn Beziehung ist in der Vampirwelt einmalig, diese zu zerstören wäre also eine große Dummheit! Gebissenen Nachwuchs gibt es ja Zuhauf.
2. Die Beziehung von Sarah und von Krolock soll bewusst einseitig sein, dies ist ebenfalls elementar. Es ist die unerfahrene Fantasie einer jungen Frau, die auf die harte Realität trifft. Der Graf liebt sie nicht, er will nur ihr Blut. Aber Sarah ist bereits selbstbestimmt und selbständig genug, um ihre eigene Entscheidung zu treffen und der Verführung des Grafen nachzugeben, anstelle weiter mit Alfred zu flirten.
Sie wird nicht entführt wie im Film, der ihr keine Wahl ließ. Das war bereits der Schritt, um Sarah modern zu gestalten. Sie bemerkt ihre falsche Entscheidung erst, als es zu spät ist.
Dies verherrlicht nicht die Beziehung eines älteren Mannes mit einer Jungfrau, sondern warnt vor Konsequenzen.
3. Magda soll sexuelle Belästigung aufzeigen - und dies war tatsächlich oft der Fall, nicht selten hatten Mägde Kinder von ihren Herren, was dann ein Entlassungsgrund war. Diese Realität muss auch nicht verschönt werden.
Das Magda als Vampirin dann Chagal zeigt, wo der Hammer hängt, war ihre große Veränderung zum Film.
4. Die hupenden Brüste waren etwas, dass die Schrulligkeit des Professors unterstreichen sollte. Ja, dies kann man weglassen. Oder es wird ein Equivalent bei Chagals Leichnam eingebaut, dann wäre es ein Running-Gag.
5. Das übers Knie legen, habe ich tatsächlich nie als problematisch angesehen, da es nicht brutal ausartet. Eine Ohrfeige fände ich bedeutend schlimmer! Würde es etwas ändern, wenn man es wegließe? Ja, denn Chagal ist so besorgt um seine einzige Tochter, dass er (weil sie partout nicht hören will), diese Grenze überschreitet. Er tut dies aber aus Sorge, nicht als Standard-Strafe oder Demütigung. Direkt darauf ist er der erste, der sich auf die Suche nach Sarah begibt, was ihn sein eigenes Leben kostet.
Chagal war ist kein väterliches Vorbild, dies sollte er auch nie sein! Er ist einfach ein strenggläubiger Mensch, der glaubt, er könnte damit Unheil abwenden.
Diese Details glatt zu bügeln und individuelle Entscheidungen der Figuren anzupassen, würde tatsächlich etwas von den Charakteren nehmen, was auch zeitgemäß war. Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert, eine Zeit in der Vampirgeschichten gerade noch spannend genug wirken, alles ins 20. oder gar 21. Jahrhundert versetzte verliert seine Faszination.