Theater & Kultur Burgoberbach (PLZ 91595)

  • Der Verein "Theater & Kultur Burgoberbach" zeigt heuer noch einmal WICKED im Playbackverfahren.


    Das heißt in dem Fall, dass die vielen Dialoge live gesprochen sind. Jedenfalls war das in der letzten Aufführungsserie so und es gibt ja keine Aufnahme mit Dialogen, also... wird wohl so müssen.

    War eine unterhaltsame Produktion, hat Spaß gemacht, ich werde wieder versuchen, Karten zu bekommen. Ich persönlich würde keine paar hundert Kilometer dafür reisen, aber falls man in der Nähe wäre...


    Spielort ist diesmal in der Rangauklinik Strüth bei Ansbach, 22.-24.10.21, VVK-Start ist am 1.9. via Email.


    Auf https://www.tuk-bob.de gibt es auch eine Bildergalerie zu "Tanz der Vampire" und "Elisabeth"; damals wurde in der Burg Lichtenau gespielt.

  • Echt, so etwas ist erlaubt? Krass. Da hat die GEMA und die Rechteinhaber keine Probleme.


    Aber die Bilder gerade von Elisabeth sehen toll aus. Sehr aufwändige Kostüme.

  • Also, ich war wieder hellauf begeistert von dieser Produktion.


    Die Kostüme sind so richtig opulent. Wahnsinn. Teilweise könnte ich sie ohne Direktvergleich gar nicht vom Original unterscheiden. Und natürlich sind es noch die Designs aus der alten Produktion - also wer die in Hamburg vermisst, kann bei einer etwaigen Wiederaufnahme nach Lichtenau/Strüth kommen, da gibt es sie noch, schicke Smaragdstädter und alles.


    Als Bühnenhintergrund hat man eine große Uhr, die sich türartig öffnen kann, mit Zeitdrachen oben drauf, die wird auch als "Balkon" genutzt. An der Seite überragt "Oz, der Große und Schreckliche" das Geschehen - schöne Lösung; in der Freilicht-Version kam er nur auf die Bühne, wenn es die Szene erforderte. Seitlich hat das Theater eine Art Balkon, wie eine Beleuchternische, und auch der Raum vor der Bühne wird ein paarmal bespielt.


    Falls sich das jemand fragen sollte: Ich hab keine Ahnung, ob es im Vergleich zur Freilichtaufführung (vielleicht vorgeschriebene?) Textänderungen gab, um sich an die Hamburger Neuinszenierung anzupassen; ich wüsste noch nicht einmal, ob Hamburg nun eigentlich überhaupt Änderungen hat, oder wie die Sprechtexte in Stuttgart waren.


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    Es gibt Mitwirkende aller Altersgruppen, die Jüngsten spielen die Affen (und machen das sehr toll).


    Wie gesagt, dadurch, dass es keine Gesamtaufnahme bzw. viele Sprechdialoge gibt, "müssen" die Darsteller sehr viel selbst sprechen. Da gibt es auch in den kleinen Rollen, wie auch im "stummen" Ensemble, ein paar, die besonders positiv auffallen (die Nachfolgerin von Dr Dillamond zum Beispiel, und Chistery), und die tragenden Rollen von Nessa bis Fiyero machen ihre Sache wirklich gut, aber ich muss dann doch Glinda und Elphaba extra hervorheben. Die beiden sind sowas von klasse, die könnte man (also mal abgesehen vom Gesangsplayback ;) ) in eine professionelle Wicked-Produktion stellen, und es würde nicht nur keinem auffallen, sondern ich trau mich sogar zu sagen, dass es Profis gibt, die mir in diesen Rollen weniger gefallen würden. Beide sind schauspielerisch top!


    Anna Wening als Glinda ist - kurz gesagt - wunderbar blond, dabei nie so überdreht, dass ich es Glinda "in echt" nicht mehr zutrauen würde. Stichwort zum Beispiel "wusch-wusch". Wenn es ernster wird: ernst kann sie auch. Klasse!


    Sarah Reeber als Elphaba *würde* in einer professionellen Produktion auffallen - dadurch, dass in ihrer Elphaba nicht insgeheim ein Model und Bewegungstalent schlummert, eine Art dunkle Glinda. Nein, diese Elphaba ist tatsächlich ein Normalo ohne besondere Grazie. Das würde sich eine Großproduktion vermutlich niemals trauen, selbst wenn sie es wollen würden; aber ganz allgemein gesprochen funktioniert der Normalo-Ansatz - so konsequent glaubhaft dargestellt wie hier - für mich tatsächlich besser. Auf der Bühne, z.B. in den Schulszenen, wirkt Elphaba wie ein Fremdkörper aus der echten realen Welt, gar nicht theatral aufgebrezelt. Der Elphaba hat keiner gesagt, sie soll schön sprechen und auf schicke Haltung achten (oder zumindest hat sie nicht darauf gehört, wer weiß). Die hat Wichtigeres im Kopf. Sarah Reeber spielt mit Präsenz und Verve, allein von der Mimik hatte ich bei "Zwei die sich verstehn" Gänsehaut.


    Beide zusammen - ein Traum!


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    Nächstes Jahr ist - noch nicht ganz definitiv - Mary Poppins geplant. Wann und wo (drinnen in Strüth oder draußen in Lichtenau) gespielt werden soll, weiß man noch nicht, hängt natürlich sicher auch von den Corona-Umständen ab, aber generell ist jedenfalls nächstes Jahr wieder ein Sommermusical geplant. Und Elisabeth und TdV dürften wohl auch irgendwann noch einmal gespielt werden, hieß es.


    Das Theater in Strüth nutzt der Verein jetzt dauerhaft, es ist auf den offiziellen Klinikwegweisern mit dem Vereinsnamen ausgeschildert. 350 Plätze, ursprünglich als Kino für Langzeitpatienten eingerichtet, dann um 2007 von einer anderen Musicalgruppe (Werkstatt für allerlei Kultur) hergerichtet: https://www.nordbayern.de/regi…calwelt-entsteht-1.793048 Das ist ein ziemlich professioneller Saal mit ansteigenden Kino-/Theatersitzen (siehe Bild im Artikel), auch der Sound war gut und das Catering sehr lecker :) - und Kompliment auch für die gute Organisation abseits der Bühne.


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    Die Fotogalerie wurde übrigens inzwischen ergänzt mit dem Glöckner und Wicked (Freilicht-Version): https://www.tuk-bob.de/musical

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