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Flohmarkt: Musical Merchandise

  • cellophan
  • 15. Januar 2025 um 11:39

  • cellophan
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    • 15. Januar 2025 um 11:39
    • #1

    Ich habe beim Aufräumen im Keller eine Umzugskiste voll mit Musical Programmen aus den 80er, 90er und 2000er Jahren gefunden. Vermutlich sind auch ein paar alte Ausgaben der Zeitschrift Musicals dabei.

    Die meisten Programme sind aus Wien und ein paar aus Deutschland. Und die große Ausnahme ist ein Wicked Programmheft aus London aus den drei Monaten als am Anfang Indina Menzel dort gespielt hat, das signiert ist von einem Großteil der Cast und auch Indina. Und ein zweites signiertes Programmheft ist aus Wien von 2015 Mozart! Aber wer da unterschrieben hat weiß ich gar nicht mehr. Wir saßen im Bauernbräu, dann kam ein Teil der Darsteller rein, einer hat sich das Heft geschnappt das bei uns auf dem Tisch lag und gefragt ob wir Autogramme wollen, es mitgenommen und signiert zurückgebracht. Wir waren total baff. Ich glaube Ana Milva Gomes war dabei,

    Ich bringe es nicht übers Herz die alle einfach wegzuwerfen, aber aufheben ist auch keine wirkliche Option. Jetzt könnte ich die alle fotografieren und auf Ebay oder in Kleinanzeigen reinstellen und einzeln verkaufen und verschicken, aber ehrlich gesagt wollte ich eigentlich keinen Shop für antike Programmhefte aufmachen. Dazu hab ich gar nicht die Zeit.

    Wisst Ihr wo man sowas als komplette Kiste am Besten anbieten kann und was würdet Ihr dafür realistisch verlangen? Findet Ihr 40 EUR ok oder zu teuer? Mir fehlt irgendwie jede Erfahrung damit.

    Am Besten mit Abholung bei mir in München, weil Papier ist schwer.

    PS: Ich habe mir vorher die Erlaubnis geholt von einem Admin einen Flohmarkt Thread zu erstellen.

  • Bilberry
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    • 15. Januar 2025 um 16:20
    • #2

    Also, ich bin schon lange aus dem Thema Programmhefte-Verkauf raus, aber vielleicht hilft es ein wenig zur Orientierung.

    Ich habe vor allem so gegen Ende der 90er / Anfang der 00er öfters welche gekauft. Die Zeiten bzw. der Programmhefte-Markt haben sich aber seitdem deutlich geändert, meinem Eindruck nach. Zu meiner Zeit wurden Programmhefte zunächst idR via Annoncen und Papierlisten gekauft, so dass es ziemlich wenig "Spiel von Angebot und Nachfrage" geben konnte - entweder man wollte den Preis zahlen oder nicht. Ich hab damals im Einzelfall bis zu 50 und 70DM für Raritäten ausgegeben. Irgendwelche "legendären" Casts, oder was aus Übersee...

    Programmhefte, die grundsätzlich sehr viele Leute daheim rumliegen hatten, wurden, so wie ich mich erinnere, meistens für einen kleinen Zuschlag im Vergleich zum Einkaufspreis verkauft, aber nicht selten auch für etwas weniger. Also Hefte aus früheren Jahren der deutschen Longrun-Produktionen, Hefte von lokalen Produktionen die ich nicht besucht habe... Ausländische Programme natürlich meistens mit schon signifikantem, aber nicht *riesigem* Aufschlag. Gilt jeweils nicht für Produktionen mit beliebten Darstellern drin, oder sowas wie Elisabeth Japan (wo kaum jemand die Option hatte, es vor Ort zu kaufen) - die Verkäufer wussten natürlich schon damals, dass ein Fan dafür mehr zahlt.

    Es gab auch damals schon vereinzelt Leute, die Programmhefte billig verkauften, gefühlt sehr weit unter Marktwert.

    Generell war es damals einfach so, dass es ja bei weitem nicht so viel Fan-Austausch gab wie es heute möglich ist, insofern war ich damals von *Käuferseite* aus nur eine kleine Insel für mich allein und habe meine Meinung darüber, was angemessene Preise waren, lediglich durch Vergleich der Verkäufer-Angebote bilden können. Von daher weiß ich nicht, was damals *allgemein* als angemesse Preise wahrgenommen wurden.

    Umgerechnet würde ich sagen, heutzutage wären 15€ für ein Picturebook von Starlight Express, wenn es im Theater hypothetisch immer noch 10-12€ kosten würde, ein normaler Preis *gewesen*, *unter den damaligen Umständen*; man hätte es aber auch für 8€ listen können und wäre immer noch im normalen Bereich gelegen.


    Mit dem Aufkommen v.a. von Ebay hat sich das alles geändert.

    In der Ebay-Anfangszeit passierte es natürlich, dass "wertvolle" Programmhefte auf hohe zweistellige Beträge hochgeboten wurden. Sowas in der Art von Elisabeth 1992 mit Autogramm von Uwe Kröger - kannst dir vorstellen. (Nein, ich hab nicht mitgeboten ;) - ich *habe* auf Ebay ein solches gekauft, wo man mir *verschwiegen* hatte, dass Autogramme der Hauptdarsteller drin sind. Super Schnäppchen, fand ich damals. Waren vielleicht 10€? Ich glaub, sogar für zwei oder gar drei Hefte? Hätte man das eine auch fürs Zehnfache losbekommen, wenn man gewollt hätte.)

    Meinem Eindruck nach ließ dann aber das Interesse an Programmheften stark nach. Jedenfalls war es so, dass nun Programme, die auf Ebay standen, ...na ja, teilweise auch deutlich überteuert waren, also Preise verlangt wurden, die (inflationsbereinigt) zehn Jahre vorher praktisch niemand auf die Idee gekommen war zu verlangen. Häufiger aber wurden Programmhefte gefühlt verramscht, wenn ich meine vorherigen Erfahrungen als Vergleich anlegt habe. Das waren dann teilweise 2,50€, 5€ war vielleicht gefühlt der Durchschnitt, 8€ schon eher hoch. Und geprügelt haben sich die Leute trotzdem nicht darum. (Ausnahme wieder: Programmhefte mit beliebten Darstellern.)

    Ich nehme an, es hat dabei auch nicht wirklich geholfen, dass die Musicalwelt dank Internet ein viel größerer Ort geworden war - wenn ich in den 90ern alte Starlight-Programme wollte, schaute ich in die Annoncen der Fanclub-Zeitschrift und der "musicals", und das war's; wo sonst hätte man die anbieten sollen. Hätte ich heute riesiges Interesse an einem Wicked-Programm mit Idina Menzel und würde *alles* dafür zahlen, und du stellst es auf Ebay, dann verpasse ich es unter Garantie, weil ich ja nicht zweimal wöchentlich Ebay auf Programmhefte checke.

    Auf der anderen Seite öffneten Ebay & Co auch den Markt für Otto-Normalmusicalzufallsbesucher, die in den 90ern nicht gewusst hätten, wo sie ihr doofes altes Starlight-Programm loswerden könnten, aber durchaus auf die Idee kommen können, den Krempel auf Ebay zu stellen, bevor sie ihn wegwerfen. Es gab mal eine Phase, da war das Angebot an relativ aktuellen 08/15-Programmen deshalb gefühlt deutlich höher als in den 90ern, möglicherweise eben durch solche Normalos, die dann 2,50€ verlangten, weil ihnen etwaige Marktpreise wurscht waren.


    Wie gesagt, *heute* bin ich aus der Materie eigentlich zu lange raus, um das zuverlässig einschätzen zu können.

    Ich behaupte trotzdem:

    1. 40€ für alles finde *ich* definitiv zu billig.

    2. Einzelne Programmhefte, also sowas wie die zwei von dir erwähnten, könntest du dir durchaus überlegen z.B. auf Ebay zu stellen. Ich persönlich würd für Wicked allein schon 40€ ansetzen, und wenn das genügend Leute erfahren, findet sich *sicher* wer, der das für ein Schnäppchen hält. *Wenn* du dich halbwegs am gefühlten/vermuteten Marktpreis orientieren willst. Du *kannst* natürlich (ganz unsarkastisch) auch deine soziale Ader rauslassen und jemandem eine Freude machen, der vielleicht vernünftigerweise keine 40€ dafür ausgeben kann. (Mozart würd ich auf Basis *meines* veralteten Preisgefühls, das definitiv Blödsinn sein kann, auch mal bei gefühlten 25€ ansetzen.)
    Ich behaupte mal, wenn du es schaffst, die richtigen Leute über das Wicked-Angebot zu informieren, kriegst vermutlich auch heutzutage noch was Dreistelliges dafür. Will ich nur gesagt haben. (Ist halt wie mit Antiquitäten: Findet man einen "Liebhaber", der bereit ist, sehr viel Geld dafür auszugeben, oder findet man nur Leute, denen das Objekt nicht wichtig ist und deshalb nur wenig Geld dafür ausgeben würden?)

    3a. Also für mich persönlich klingt das Angebot "40€ für eine Wunderkiste Programmhefte *ohne* Wicked und Mozart" tatsächlich attraktiv. Das ist ein Schnäppchen, da können welche drin sein, über die ich mich sehr freuen würde, und wenn nicht, dann ist auch der Spaß, den semiinteressante Programmhefte mir bringen, diese 40€ wert gewesen.

    3b. Theoretisch vergraulste halt Leute, die keine praktikable Möglichkeit haben, einen so schweren Karton abzuholen und zu transportieren. *Aber* das kannste ja, denn eigentlich würde ich annehmen, dass es auch heute noch mindestens eine/n Sammler*in irgendwo gibt, dem/der das nichts ausmacht, und mehr als eine Person brauchste ja nicht.

    3c. Von daher wäre es vielleicht aus *Käufersicht* schon praktikabler, den Karton aufzuteilen, bis man zumindest schwere Pakete per Post schicken kann. Allerdings hier wiederum evtl bedenken: Ich persönlich finde Angebote von Programmheft-Konvoluten auf Ebay abschreckend, denn dann soll ich pro Heft zwar nur zB 4€ zahlen, mich interessiert aber nur 1/3 davon, also zahle ich faktisch 12€ und das ist es mir dann ggf nicht mehr wert, vor allem wenn ich denke, "wenn der/die die Hefte einzeln verkauft hätte, hätte er/sie nur 8€ verlangt und ich muss aber 24€ zahlen", das fühlt sich auf irrationaler Ebene unfair an, auch wenn ich das Konzept des Konvoluts durchaus verstehe (Verkäufer verkauft mehr und bleibt nicht auf Ladenhütern sitzen, das ist legitim).

    4a. In Anbetracht dessen, dass der Programmhefte-Markt **gefühlt** (noch mal: ich kann mich hier *massiv* täuschen, schließlich sehe ich mich von vornherein gar nicht mehr nach Angeboten um) quasi beinahe zusammengebrochen ist, und wenn du die Hefte einfach nur nicht wegwerfen willst, dann werde ich dir *insofern* sicher nicht davon abraten, den Karton für 40€ anzubieten. Wie gesagt, ...also theoretisch könnte ich den Karton kaufen und alles wegwerfen bis auf das Wicked-Programm und dieses womöglich mit 200% Gewinn verkaufen, aber wie ebenfalls gesagt, du musst es ja nicht zum Geldverdienen machen, du fragst ja eigentlich nur, ob 40€ zu *teuer* sind.

    4b. Und dass es für *dich* praktikabler ist, alles auf einmal und dann noch mit Selbstabholung zu verkaufen, ist eh klar. Wäre mir an deiner Stelle wohl auch nicht den Aufwand wert, den Karton durchzuklauben und einen Haufen Ebay-Angebote daraus zu basteln, mit all dem Stress, der da mutmaßlich dranhängt.


    (Zur Klarstellung: In der Praxis werde *ich* den Karton nicht kaufen, weil es mir tatsächlich ums Transportieren und dann auch um den Platz in meinem Programmhefte-Regal ist. Ich finde es persönlich auch gar nicht so spannend, "fremde" Programme zu haben von Shows, in denen ich nicht war, oder die mich zumindest insgesamt besonders interessieren. Aber davon abgesehen halte ich das Angebot für ausgezeichnet ;) )

    Einmal editiert, zuletzt von Bilberry (15. Januar 2025 um 16:27)

  • cellophan
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    • 15. Januar 2025 um 18:27
    • #3

    Danke für die wirklich ausführliche und für mich auch extrem hilfreiche Antwort. Ich werde auf jeden Fall mal eine Nacht drüber schlafen und dann deine Anregungen in irgendeiner Art und Weise umsetzen.

  • Bilberry
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    • 15. Januar 2025 um 19:32
    • #4

    Sehr gerne. :)

    Noch ein bisschen was zur Ergänzung:


    Ich würde andererseits auch nicht ausschließen, dass du, selbst wenn du "Werbung" auf Social Media machst, nicht unbedingt einen Käufer findest, wenn du Pech hast.

    Ich *vermute*, dass ein Grund für die gefühlte Programmheft-Müdigkeit auch ist, dass wir damals ja sonst fast keine Möglichkeiten hatten, an Content zu kommen. Artikel in Musicalzeitschriften, eine Stella-Website (von der ich damals als erste Internet-Amtshandlung alle minikleinen jpgs runtergeladen habe, die zwar nur 100px groß waren, aber es war Content!), keine Fotos außer denen, die backstage gemacht wurden und dann unter Fans herumverkauft wurden, ein paar Zeitungsartikel - wenn ich Glück hatte, bekam ich mal via Fanclub oder Fans mal einen WAZ-Artikel zu Gesicht, aber find in Süddeutschland mal Starlight-Content... Ich hatte Flyer, die in Reisebüros auslagen, über die ich mich gefreut hab. Heute findest du Produktionsfotos auf jeder offiziellen Website, auf Social Media, es gibt Youtube und und und... Da sind Programmhefte nicht mehr so nötig, nicht mehr so emotional wertvoll. Man kann sich Bilder etc von den Shows, die man mag, auf anderen Wegen präsent ins Leben holen.

    Das betrifft in *der* Form erst mal eher aktuelle Programmhefte. Aber wenn es um welche geht, die >20 Jahre alt sind, fällt dir gerade der enthusiastische Bevölkerungsteil weg, der damals noch gar nicht geboren war - in dieser Altersklasse wirst vermutlich schwer jemanden finden, der die kaufen will. Und wer damals schon Musicalfan war, hat vielleicht schon relativ viele von den damaligen Standardprogrammen, Les Mis Duisburg in A4 mit schwarzen Rändern, und noch mal in Quadratformat, ...

    Ich hab vor einer Weile ein Häufchen solcher Programme geschenkt bekommen, das fand ich sehr nett, es waren sogar ein paar Auflagen (:S) dabei, die ich noch nicht hatte, und zum Wegwerfen waren sie wirklich zu schade, deshalb hab ich sie sehr gern gerettet und ihnen ein liebevolles Zuhause gegeben, aber... gebraucht hätt ich sie auch nicht.


    Dh ich möchte nur noch mal verdeutlichen, dass der Vermutung, dass du Wicked auch für 100€ loskriegen kannst und der Rest für 40€ immer noch günstig ist, andererseits entgegensteht, dass es schon ein (ich vermute: sehr) schwieriger Absatzmarkt ist.


    Wenn du alle Hefte einzeln auf Ebay stellen würdest, würde ich mich zumindest nicht *wundern*, wenn du nur 10% davon loskriegst. Also auch von daher wäre *meine* Tendenz an deiner Stelle, entweder die ganze Kiste zu verkaufen (außer Wicked, tatsächlich), oder sie vorsichtshalber mal durchzuschauen, ob da Hefte drin sind, die als Einzelverkauf eine gute Chance haben.

    Wobei ich einschränken muss: das war eben (schon eine ganze Weile vor Corona irgendwann) genau das, was mich ein paarmal verblüfft hat, da standen Programme auf Ebay, die man früher für umgerechnet 50€ oder mehr hätte anbieten können und es hätten sich mehrere Käufer drauf gestürzt, und jetzt stehen die da für 3€ und keiner will sie haben. *Ich* finde den Gedanken an ein 80er-Cats-Programm aus Wien reizvoll, obwohl das vor meiner Zeit war, aber ich fürchte, für viele heutige Musicalfans ist das so weit weg wie wenn man mir damals ein Programmheft von der DSE von Anatevka oder von den schönsten DDR-Musicals oder 40er-Jahre-Broadwayshows angeboten hätte - zu früh, um was damit anfangen zu können.

    *Trotzdem* würde ich eigentlich hoffen wollen, dass man für einzelne (oder mehrere zusammenpassende) rare Programme wahrscheinlich einen Abnehmer findet. Vielleicht mal in Facebook-Fangruppen schreiben oder so - ich weiß nicht, wie das mit Ebay ist mit den Gebühren, ob es evtl passieren kann, dass sich das für dich gar nicht mehr lohnt, wenn ein Artikel evtl monatelang drinsteht. Also ich fände es schon ein gewisses Risiko, sich zu viel Arbeit zu machen und dann doch zu wenige Abnehmer zu finden, als dass es sich - noch nicht mal finanziell, sondern allein vom Aufwand - gelohnt hätte.


    Ich kann jetzt echt nur hoffen, dass meine Einschätzungen halbwegs nicht ganz verkehrt sind...


    Nachtrag bzgl. dem Postversand: Schwere Pakete kosten halt wieder so viel Porto, dass es den Preis unattraktiv in die Höhe treibt.

    Einmal editiert, zuletzt von Bilberry (15. Januar 2025 um 19:39)

  • cellophan
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    • 8. Oktober 2025 um 12:00
    • #5

    Ich möchte mich an dieser Stelle für die super Tipps von Bilberry bedanken, die mir wirklich sehr weitergeholfen haben und allen, die auch Programmhefte gelagert haben, von denen sie sich trennen wollen, meine Erfahrungen aus mehren Monaten Ebay und Kleinanzeigen.de Versuchen mitgeben. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.

    Vorab: Wenn es Euch darum geht, damit reich zu werden: Das wird nix. War aber auch nicht meine Motivation. Ich hatte einen Karton mit ca. 80 Musicalprogrammen und 16 Ausgaben der Zeitschrift Musicals, die ich jahrelang nicht angesehen habe und von denen ich mich trennen wollte, aber ohne sie wegzuschmeißen. Die Idee war, dass jemand sie vielleicht besser brauchen kann. Ich habe die Stücke als Erinnerungen im Kopf, das reicht mir. Aber kostenlos wollte ich sie auch nicht abgeben. Meine ursprüngliche idee war, den ganzen Karton für 40 EUR zu verkaufen.

    Einige wenige waren signiert.

    Das war aber eine unrealistische Idee, weil der so schwer geworden wäre, dass das Porto unglaublich hoch gewesen wäre.

    Am Ende habe ich die Sammlung thematisch aufgeteilt: Ein Bundle Elisabeth Programme, ein Bunde Phantom, ein Bundle TdV etc., die Zeitschriften als extra Bundle und die letzten 60 als ein Gesamtpaket.


    Hier meine 10 persöhnlichen Learnings beim Verkaufen von Programmheften

    • Learning #1: Was man selbst für wertvoll und gefragt hält hat nix mit dem Markt zu tun. Und was Du toll findest, interessiert sonst manchmal niemanden. Ich habe lange gebraucht mein Wicked Programm aus London mit Unterschrift von Idina Menzel und fast der kompletten Cast verkauft zu bekommen. Am Schluss ist es für 30 EUR weggegangen. Aber es hat lange Wartezeit benötigt. Dagegen konnte ich gar nicht so schnell schauen, wie Elisabeth, Phantom, TdV und Mozart! weggegangen sind. Eingestellt und verkauft.
    • Learning #2: Aufteilen war eine super Idee (danke nochmal Bilberry!) Ich habe die Bundles wirklich zu günstigen Preisen angeboten. Hier 25 EUR, da 10 EUR, da 15 EUR. Mit den Einzelpaketen sind am Ende immerhin 220 EUR zusammengekommen, obwohl keines einzeln wirklich teuer war.
    • Learning #3: Vergiss die Ebay Auktion. Ich habe es am Anfang mit Auktionen bei Ebay versucht. Niemand hat zugeschlagen oder auch nur geboten. Anscheinend wollen die Interessenten gleich kaufen oder eben nicht.
    • Learning #4: Ohne Auktion ausschließlich mit Sofort kaufen Preis bei Ebay funktioniert komischerweise viel besser als Auktion mit Sofort kaufen Preis. Fragt mich nicht warum, aber bei mir war es so. Und prüft in welchen Kategorien die meisten anderen ihre Programme anbieten. Da muss man es reinsetzen. Am Anfang war ich in einer Kategorie unterwegs, wo viel weniger Programme angeboten werden, da war die Sichtbarkeit deutlich geringer.
    • Learning #5: Geduld ist Trumpf. Geht nicht jeden Tag mit dem Preis runter nur weil noch keiner gekauft hat. Lasst es einwirken. Wenn ich mehrere Leute gesammelt hatte, die es sich angesehen haben und es auch ein paar Beobachter gab, bin ich beherzt mit dem preis runtergegangen und dann wurde auch oft gekauft. Auch wenn es nur 2-3 EUR waren. Und meistens wurde gekauft, wenn ich gar nicht auf die Anzeige fokussiert war. Am Anfang habe ich jede Stunde geprüft ob sich was tut. Einstellen und erstmal vergessen ist die bessere Lösung. Die Freude bei der Überraschung ist auch größer.
    • Learning #6: Man kann die Reichweite steigern bei Ebay wenn man die Angebote bewirbt. Dann will Ebay ca. 8 - 12 % vom Verkaufspreis, sofern der Kauf zustande kam über die beworbene Anzeige. Habe ich öfters als Booster gemacht. Aber man sollte vorher durchrechnen, wie dann der Preis sein muss, damit man nicht Schmerzen hat, wenn Ebay auch noch was abzieht.
    • Learning #7: Kleinanzeigen.de ist eine Alternative, die funktioniert. Da habe ich auch ein paar Programm-Bundles verkauft. Auch das dortige Payment-System ist empfehlenswert. Oder war empfehlenswert, bis die beschlossen haben, dass es keine Klarna Sofortüberweisung für den Käufer mehr zum Bezahlen gibt. Aber die meisten Verkäufe bei kleinanzeigen.de gingen über PayPal. Dann aber nicht vergessen dem Kaufer über die Nachrichten-Funktion die Sendungsnummer mitzuteilen, damit er das Tracking auch nutzen kann. Es ist keine schöne Erfahrung, wenn man eine Woche lang nicht weiß, ob das Paket nur verschickt wurde, auf dem Weg ist oder der Verkäufer schläft. Ich habe beim Kauf immer sofort das Paket fertig gemacht und wenn möglich am gleichen oder nächsten Tag abgegeben.
    • Learning #8: Kleinanzeigen.de ist eine Alternative, die manchmal nerven kann. Und das liegt daran, dass man dort viel öfter anfragen bekommt von Leuten die nicht kaufen wollen, sondern einfach nur ihre Zeit totschlagen und 100 Fragen zu Artikeln stellen oder 5% deines ausgelobten Preises anbieten. Da muss man halt freundlich und souverän sagen, dass es nicht so funktioniert und dann ist auch Ruhe. Es gab dort aber auch wirklich gute Anfragen, die mich manchmal auf die Idee gebracht haben, Bundles anders zu schnüren. Und es gab leider eine Person, die mir sehr leid getan hat, weil sie ein völlig unhandliches Programm nach Österreich geschickt haben wollte, aber der Portopreis wäre so extrem gewesen, dass es einfach keinen Sinn gemacht hätte. Am liebsten hätte ich es ihr vorbeigefahren.
    • Learning #9: Ich habe am Anfang mit DHL versendet, bis ich draufgekommen bin, dass es mit Hermes billiger ist und dort das Gewicht bis 25 kg keine Rolle spielt, sondern nur die Maße. Ich wollte auf keinen Fall per Post im Briefumschlag verschicken, wegen der fehlenden Sendungsverfolgung und weil ich Angst hatte, die Programme könnten beschädigt werden. Ich habe also immer 35 x 25 x 5 cm Maxikartons genommen. Und ich habe immer den Leerraum gut ausgefüllt. Die Kartons musste ich auch kaufen und habe den preis nicht auf die Käufer umgelegt. Aber die 20 EUR, die ich für Kartons ausgegeben habe und Packklebeband, die gehen halt vom Gesamtgewinn weg. Kann ich gut damit leben. Es gibt ja sowieso nie drum reich zu werden.
    • Learning #10: Nicht gierig werden! Wenn man ein paar Hefte verkauft hat, schätzt man plötzlich den Wert vom Rest anders ein. Aber ohne jede echte Grundlage in der Realität. Macht Euch klar, dass es Euch darum geht Platz zu schaffen und dass alles andere ein Add-On ist.


    Fazit:

    Die Preise sind im Keller und zwar aus den von Bilberry genannten Gründen. Davon bin ich überzeugt. Aber segmentiert Verkaufen bringt schon was ein und vermutlich mehr, als wenn man einen ganzen Karton in einem Rutsch verkaufen will. Und ich bin heute davon überzeugt, dass ich für den Karton gar keinen Käufer gefunden hätte oder nur extrem schwer.

    Am Ende der Aktion habe ich jetzt nur zwei Bundles übrig, die noch keiner wollte.

    Das eine ist eine Sammlung von vier historischen CATS Heften mit Picture-Books und Besetzungsheften (Wien 1986 / Stuttgart 2001 / Berlin 2002 / Tour 2005) zusammen mit dem dicken Buch "Hey Mr. Producer" über die Produktionen von Cameron Mackintosh - totale Überraschung, da hätte ich gedacht jemand will es sicher haben, aber dafür gibt es wohl keine Nachfrage, oder noch nicht, siehe Learning #5: Geduld. Das Buch alleine als Anzeige hat sich übrigens fast niemand angesehen. Dabei habe ich das damals verschlungen. Siehe Learning #1: Was Du toll findest interessiert sonst manchmal niemanden.

    Und das zweite ist ein Bundle von 5 Programmen aus London (teilweise aus 2003 teilweise aus 2005) mit u.a. EVITA und BILLY ELLIOT. Da ist vermutlich keine klare Linie drin und der gemeinsam Aspekt "Programme aus London" ist für die Käufer zu uninteressant. Da muss ich nochmal nachdenken.

    Aber der Rest ist weggegangen.

    Ich hoffe, dass diese Learnings, die wirklich nur meine persönlichen Learnings sind aus 4 Monaten Praxis, für andere hier im Forum nützlich sind, falls sie vor ähnlichen Entscheidungen stehen. Ach ja: Auf Social Media von den Anzeigen zu erzählen hilft auch manchmal, aber weniger als man vielleicht denkt.

  • Maxim de Winter
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    • 8. Oktober 2025 um 15:50
    • #6

    Danke fürs Teilen. Ich glaube, dass Merchandise von unserer Leidenschaft nur wenige interessiert.


    Weiß jemand wie viele Zuschauende prozentual ein Picturebook kaufen?

  • cellophan
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    • 8. Oktober 2025 um 17:49
    • #7

    Noch interessanter wäre wie sich der Absatz von Picturebooks in den letzten 20 Jahren verändert hat. Ich meine früher gab es ja einfach nur Programme, dann gab es Programme mit aufwendigen Bildern, dann kamen die picturebooks zusätzlich raus und wie Bilberry ganz treffend sagt, dann kam irgendwann das Internet und die ganz leichte Verfügbarkeit von Bildern und Infos.

    Aber dennoch: manche dieser Programmhefte die ich da vertickt habe sind wirklich echte Kunstwerke auf ganz hochwertigem Papier mit unglaublich schönem Artwork. Und ein haptisches Fest. Ich muss jetzt aufhören zu schreiben sonst tut es mir leid dass so viele jetzt weg sind :D

  • Maxim de Winter
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    • 8. Oktober 2025 um 22:37
    • #8

    Ich find ja auch diese Bücher toll, groß und aufwendig. Als es bei „Moulin Rouge“ nur ein Buch mit Biografien für 6 Euro gab, war ich traurig ..,

  • cellophan
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    • 9. Oktober 2025 um 10:19
    • #9

    Ich habe ja alle Programme und picturebooks vor dem Verkauf durchgesehen um den Zustand zu bewerten, der aber durchgehend großartig war, weil ich sie offensichtlich danach nie wieder aufgeschlagen habe. Das war schon eine schöne Erfahrung aber verkauft habe ich sie dann doch weil ich den Karton jetzt nicht lagern wollte bis ich in 30 Jahren das gleiche noch mal mache. Vielleicht ist ja auch das oder Grund warum die letzten beiden Pakete einfach nicht weggehen wollen. Gerade das Cameron Macintosh Buch ist auch wirklich geil. Aber einmal lesen und anschauen reicht dann auch.

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